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Übungsfall 2 mit Musterlösung ( frei nach BGH, NJW 1954, 1536 f.)

Der behandelnde Arzt wies die Krankenschwester fernmündlich an, für den folgenden Morgen eine Mischspritze aus 10 ccm Protocid und 10 ccm Decholin vorzubereiten. Infolge eines Hörfehlers verstand die Krankenschwester, die damals gerade die abwesende Stationsschwester vertrat, die Anweisung nicht richtig und nahm an, sie solle eine Mischspritze aus Protocid und Cholin bereithalten.

Daß Cholin, wie die Aufschrift auf den Ampullen ergibt, nur zur Herstellung von Lösungen für die tropfenweise Infusion verwandt werden darf, erkannte sie nicht, weil sie die Gebrauchsanweisung auf den Ampullen nicht durchlas. Sie legte demgemäß dem Arzt eine Spritze mit 10 ccm Protocid und 10 ccm Cholin vor. Schon nach der Injektion von 7 ccm erlitt der Patient einen schweren Kreislaufkollaps.

Der Kassenpatient P macht 5 Jahre nach dem Vorfall Ansprüche gegen Träger, Pflegekraft und Arzt

a) wegen der Behandlungskosten in Höhe von 5000,- DM

b) wegen Verdienstausfall bei der BASF in Höhe von 10.000,- DM

c) wegen Schmerzensgeld in Höhe von 4.500,- DM
geltend.

Der Träger trägt im Prozeß vor, er habe die Pflegekraft ordnungsgemäß ausgewählt, angeleitet und überwacht. Er konnte dies auch beweisen. Zum Angestellen Arzt äußert sich der Träger nicht, da er fest der Auffassung ist, die Pflegekraft habe die Vorgänge zu verantworten.                      

Soll P nächste Woche einen langwierigen Prozeß anstrengen oder besser Angeln gehen ?