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Übungsfall 3

“Wandernde Salmonellen”


Auf der chirurgischen Station der Krankenschwester P fehlt ständig Personal. Die Krankheitsfälle häufen sich. Zu allem Überfluß stellt P bei sich selbst die Verdachtsmomente einer Salmonelleninfektion fest.

Da ihr Ausfall nicht kompensiert werden könnte, setzt P Ihre Tätigkeit nach Absprache mit der Stationsleitung fort. Auch die Krankenhausverwaltung überredet die Krankenschwester zur Fortsetzung ihrer Tätigkeit. Die vorhandenen Verdachtsmomente seien nach Ansicht der Verwaltung nicht ausreichend. Sie solle lediglich die typischen Vorsichtsmaßnahme treffen.

P verläßt sich auf die Anordnungen der Verwaltung und Stationsleitung. Die Pflegedienstleitung wurde nicht gefragt.

P trifft die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen. Auf eine weitere Untersuchung wurde allseits verzichtet.  Vier Tage später stellt sich heraus, daß auf der Station 4 von 15 Patienten durch P infiziert wurden. Die Patienten erlitten über einen längeren Zeitraum u.a. schweren Durchfall und Magenkrämpfe. Der Krankenhausaufenthalt wurde jeweils erheblich verlängert.

P mußte schließlich aufgrund ihrer später nachgewiesenen erheblichen Infektion ihre Mitarbeit auf zwangsweise Anordnung des Gesundheitsamtes vorläufig einstellen.

Das Gesundheitsamt wurde erst von einem Patienten benachrichtigt.

Sie arbeiten in der Pflegedienstleitung. P äußert Ihnen gegenüber die Ansicht, sie könne für den entstandenen Schaden nicht in Anspruch genommen werden. Ihr Arbeitgeber habe sie schließlich zur Fortsetzung der Tätigkeit ermuntert und aufgefordert.

Ihrer eigenen Verantwortung sei sie schon durch die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen nachgekommen.

Können die infizierten Patienten die Krankenschwester P wegen Schadenersatz und

Schmerzensgeld in Anspruch nehmen ?

Hinweise zur Bearbeitung des Übungsfalls:

Die Enferites infectiosa gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten gem. § 3 Bundes-Seuchengesetz . 

Bitte prüfen Sie im vorliegenden Fall den/ die in Frage kommenden Ansprüche.

Nehmen Sie zu jeden in Frage kommenden Prüfungspunkt einer in Betracht kommenden Anspruchsgrundlage nach Möglichkeit mindestens mit einem Satz Stellung. 

Wichtig ist nicht Ihr Ergebnis sondern Ihre Argumentation !!!

zulässige Hilfsmittel:

- Gesetze für Pflegeberufe aus dem Fachhochschulverlag

- beigefügte Übersicht über gesetzliche und vertragliche Ansprüche